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April 2016 airberlin magazin - Wild auf Wasser

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40 Kälter Der

40 Kälter Der Eisschwimmer Mit seinen vollen Wangen und dem leichten Bauchansatz unter dem engen roten T-Shirt würde man Christoph Wandratsch nicht unbedingt für einen Weltmeister halten. Mit beinahe 50 ist Wandratsch zu alt für die meisten Wettkampfsportarten. Aber auch die Tatsache, dass er hin und wieder über Muskelkrämpfe und Erschöpfung klagt, hält ihn nicht davon ab, an Eisschwimmwettberben überall auf der Welt teilzunehmen. Wenn er sich dann seine Klamotten vom Körper reißt (wofür er auf blanker Eisscholle im Fall der Fälle weniger als zehn Sekunden braucht) und sich wie ein entschlossen zustoßender Seeadler ins eiskalte Wasser stürzt, dann ruft das bei seinen Gegnern sichtbare Bestürzung hervor – wenn nicht sogar schiere Angst. „Der Schock, den die anderen verspüren, ist bei mir genauso vorhanden“, sagt Wandratsch jedoch in Bezug auf die eiskalten Wassertemperaturen, in die er bei Wettkämpfen eintaucht. „Es hilft zu wissen, dass den anderen genau so kalt ist. Niemand hält das einfach aus. Einfach niemand.“ Und keiner weiß das so gut wie Wandratsch. Als erster Weltmeister im Eisschwimmen trainiert er das ganze Jahr über im Wöhrsee, einem eiskalten Gewässer in Burghausen, nicht weit von seinem Wohnort Haiming. Darüber hinaus schwimmt er regelmäßig in zugefrorenen Alpenseen, um sich zu akklimatisieren. Bei solch niedrigen Wassertemperaturen ist das Kraulen fast unmöglich. Jede Sekunde verlangsamt sich die Atmung weiter, gleichzeitig werden die Schwimmzüge immer mühsamer – Wandratsch zufolge fühlt es sich zunehmend so an, als ziehe man seine Arme durch Behälter voller Glassplitter. Nach fünf Minuten werden die Fingerspitzen taub. An schlechten Tagen folgen kurz darauf Lähmungserscheinungen an den Händen. „Das Gefühl kann man nicht beschreiben“, sagt

41 Vorige und diese Seite: Wandratsch in seinem Element. Hier mit gelber Sicherheitsboje Previous page: Wandratsch glides through the icy waters Left: The swimmer, with safety buoy attached, gets ready for a dip Colder The ice swimmer Christoph Wandratsch, chubby-cheeked, with a gut bulging from under his tight red T-shirt, wouldn’t strike you as a world champion. For starters, he is balding, complains to his coach about muscle cramps and fatigue, and is just shy of 50, a lifetime too old for most competitive disciplines. Yet when he rips his clothes off, which he can do on a frozen ice pack in less than 10 seconds, hurling himself into open-water like a gigantic snowball on steroids, his rivals have a look of fear, almost sheer terror, in their eyes. “The shock is there for them, but also for me,” he says, referring to the below-zero temperatures he competes in. “It feels better to know that everyone else is cold. No one is OK with it. Nobody.” The Bavarian athlete has earned his right to complain. He is the first-ever world champion ice swimmer, training year-round in Lake Wöhrsee, his local freezer-cold pond in Burghausen close to his hometown of Haiming, as well as enduring a series of acclimatisation sessions in ice-crusted Alpine lakes. In temperatures like these, doing a normal front crawl is near impossible. Second by second, his breathing slows, the strokes become fainter – a feeling he describes as dragging his arms through glass – and after five minutes his fingertips go numb. Soon after, if he’s really unlucky, his hands will paralyse. “It’s impossible to describe the sensation,” he says. “It’s colder than you could ever think possible. I try to concentrate and tell myself not to panic and to stay calm.” Once during a competition, Wandratsch recalls, he started to hallucinate 700m into a 1km-long

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