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August 2016 airberlin magazin - Der letzte Schrei

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44 Jèrriais erzählt

44 Jèrriais erzählt eine andere Geschichte: Die Lieder und Gedichte handeln von Seemännern, die auf besseres Wetter warten, und von Feen, die von Zauberpilzen kosten. Sie wachsen noch heute beim „Devil’s Hole“, einem natürlichen Krater im Norden der Insel. Mit Einflüssen aus Latein, Französisch, Englisch und dem Nordisch der Wikinger dokumentiert Jèrriais die Vergangenheit der Kanalinsel. Als Jersey von deutschen Soldaten besetzt war, nutzten die Einheimischen sie als Geheimsprache. Dieses Gefühl – das Versprechen von Zusammenhalt – möchten die Badlabecques weitergeben. Es ist in den Augen von Violinistin Vanessa Moore zu sehen, wenn sie Jèrriais als einen „richtig guten Freund“ beschreibt. Sie ist eine von immerhin sechs Bandmitgliedern, die inzwischen in der Watersplash-Bar eingetroffen sind. „Wenn ich es höre, fühle ich das hier“, sagt die 64-jährige Musiklehrerin, die Hand auf ihrem Herzen. Ihr Vater war Muttersprachler, sie wuchs mit dem Klang der Sprache auf. Scott, der Bassist, biegt um die Ecke, und die Muskeln in Kits Gesicht entspannen sich sichtlich. Scott hat Monty dabei. Und der sein Akkordeon. Es kann also losgehen. Doch als die Sonne hinter der Glasfront im Meer versunken ist, haben die Badlabecques noch immer nicht angefangen. Kits Stirn glänzt im künstlichen Licht. „Ich weiß, ihr wollt jetzt langsam mal Musik hören“, schreit er heiser. „Aber das Management hat uns informiert, dass wir warten müssen bis sie alle Stühle und Tische weggeräumt haben.“ Bassist Scott und Percussionist Paul starten eine Jam-Session. Draußen klatschen inzwischen Flutwellen an die Terrasse. Im Club schwappt Ungeduld durchs Publikum. „Spielen, spielen!“, ruft die Menge. Kit nimmt einen Schluck von seinem speziellen Hals-Tee. Dann, endlich, greift er zum Mikrofon. Die Zuschauer jubeln. „Bônsouair, meine Lieben. Jetzt will ich mal ein richtiges Jèrriais-Moshpit von euch sehen.“ Kit steht nicht zum ersten Mal auf einer Bühne. Einige Zuschauer singen die Liedtexte mit. Als die Band in den Rhythmus von I Like To Move It übergeht, bricht Gelächter aus. Kits Stimme wird mit jedem Song rauer, doch längst tanzt der ganze Raum im Kreis und hat plötzlich mehr von einem irischen Pub als einem Strand-Club auf Jersey. „Das war wunderbar“, sagt eine Frau aus der Nachbarschaft nach dem Gig zu Kit. Was Jèrriais > Diese Seite von oben: das Schloss in Gorey im Osten; auf dem Royal Square spielte Kit kopfüber Musik Rechte Seite von links: Jersey Royals Kartoffeln zum Verkauf; Sonnenuntergang über Saint Ouen; Jersey-Version des Britischen Pfunds Top of page: Gorey Castle in the east Above: Kit played the Royal Square Opposite page, from left: Jersey Royals potatoes; sunset over St. Ouen bay; Jersey money

JÈRRIAIS / JERSEY 45 with her captivating charm. It’s not about creating a musical trend. “Jèrriais is a way of presenting an interesting identity that is not morally difficult in any way,” explains Kit. “We can use it to make noise about having our own ancient culture that’s unique to the island, and that we’re proud of it, rather than it being all about bloody banking.” Jersey is a British Crown Dependency that does not belong to the United Kingdom. This status allows the island’s government to write its own rules. Its low taxes and government authorities that ask few questions have created a local environment where there’s a company for every third citizen. But Jèrriais tells another story. Its songs and poetry are about seamen waiting for better weather and fairies who feast on magic mushrooms. The fungi still grow today near Devil’s Hole, a natural crater in the north of the island. Jèrriais is influenced by Latin, French, English and the Viking’s Nordic. As such, it documents the Channel Island’s past. When German soldiers occupied Jersey, the island’s locals turned to Jèrriais as their secret language. Badlabecques want to pass on that feeling and its promise of togetherness. It is visible in violinist Vanessa Moore’s eyes when she explains that: “Jèrriais is like having a really good friend.” She’s one of at least six of the band members who are now assembled at Watersplash. “When I hear people speaking it, it resonates inside,” says the 64-year-old music teacher, placing her hand on her heart. Her father was a Jèrriais native speaker so she grew up hearing it. Scott, the bassist, appears around the corner. He’s got Monty with him. And Monty’s got his accordion with him. The muscles in Kit’s face visibly relax. The show can get started. But Badlabecques still haven’t played a note by the time the sun sinks into the sea beyond the glass window. Kit’s forehead glistens under the artificial light. He tells the crowd: “I know you’re all waiting for some music. But management has just informed us that we’ll have to wait until all the chairs and tables are cleared away.” Scott the bassist and Paul the percussionist start a jam session. Outside, the tide’s waves clap on the terrace. Inside the club, waves of impatiences wash through the audience. “Play, play!” shouts the crowd. > JÈRRIAIS FÜR ANFÄNGER JÈRRIAIS FOR BEGINNERS JÈRRIAIS DEUTSCH ENGLISH Bouônjour [bwõ:ʒur} Guten Tag Good day Bonsouair [bõswɛ:r] Guten Abend Good evening Coumme est qu’ous êtes? [kum ek uz eit] Wie geht’s? How are you? J’sis d’charme, mèrcie bein des fais. [si dʃarm mɛ:rsi bẽ dei fei] Es geht mir gut, vielen Dank. I’m good, thank you. Eune fais d’cidre, s’i’ vos pliaît [øn fei dsidr si: vou pjɛ:] Einen Apfelwein, bitte. One cider, please. Lé compte, s’i’ vos pliaît. [le cõt si: vou pjɛ:] Die Rechnung, bitte. The bill, please. Où’est qu’i’ d’meuthent les p’tits faîtchieaux? [wɛki dmøð lei pti: fei:tʃou:] Wo leben die Feen? Where do fairies live? Quand tchi qu’est l’haut dg’ieau? [kã tʃi kel hou dʒou] Wann kommt die Flut? When is high tide? J’sis d’l’Allemangne. [ʒsi dlalmãñ me] Ich komme aus Deutschland. I’m from Germany.

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Oktober 2015 airberlin magazin - Mal kurz zum Mond
September 2015 airberlin magazin - Ich bin ein Berliner
August 2015 airberlin magazin - Elyas M’Barek
Mai 2015 - airberlin magazin Cosma Shiva Hagen
April 2015 - airberlin magazin - Vielfältiges Curaçao

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