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Dezember 2015 airberlin magazin - Wer nicht wedeln kann, sollte gleich daheim bleiben

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42 Rechts: Dr. Clemens

42 Rechts: Dr. Clemens Hutter und seine Frau Marie-Theres im chilenischen Portillo kurz nach ihrer Hochzeit im Jahr 1960 Unten: Ein Foto aus Hutters Buch „Wedeln“ zeigt das Getümmel auf der Piste in Kitzbühl auf fast 3 000 Metern Höhe Right: Clemens Hutter and his wife, Marie-Theres, in Portillo, Chile, shortly after their wedding in 1960 Below: A photo from Hutter’s book Wedeln shows the hustle and bustle on the piste in Kitzbühl, Austria, at almost 3,000 metres ER IST EINER DER LETZTEN LEBENDEN Ski-Pioniere: Auch wenn Dr. Clemens Hutter (85) heute nicht mehr auf die Bretter steigt, hat er die gesamte Geschichte des Wintersports miterlebt und ist mittlerweile ein wandeldes Ski-Lexikon. Was in Skandinavien als Transportmittel begonnen hatte, wurde vom elitären Freizeitangebot zum Leistungssport und schließlich zum Massensport – und dies war auch Hutters Verdienst. Das Wedeln, eine Kurzschwung-Technik des alpinen Skilaufs, faszinierte ihn besonders – er schrieb nicht nur ein Buch darüber, sondern brachte das Wedeln auch nach Amerika. Hier wurde der neue Fahrstil, durch den man mit möglichst wenig Kraftaufwand elegant und doch schnell den Berg runterkommt, als „hüftschwingender Ski-Tanz“ gefeiert. Bei unserem Gespräch in seinem Haus in Salzburg beschreibt er mit einem scheinbar unerschöpflichen Repertoire an faszinierenden Details und Anekdoten die Zeit, als das Skifahren massentauglich wurde. Lange Zeit wurden die Berge nur als Ursprung von Lawinen, Erdrutschen und Hochwasser gesehen; sie hatten eher etwas Ungeheuerliches. „Die Leute dachten damals, da oben leben Geister und Gespenster“, erzählt er. Im 19. Jahrhundert, so berichtet Hutter von den Anfängen des Bergtourismus, wurden die Menschen zunehmend neugierig, begannen die Berge zu erobern und entdeckten das „Herumrutschen“ auf zwei Brettern für sich. HE’S ONE OF SKIING’S LAST LIVING legends. Although Dr Clemens Hutter (85) no longer takes to the slopes himself, he’s an important part of ski history and a walking encyclopaedia on the subject. By helping to popularise the ultimate downhill technique of linking short parallel turns in a rhythmic motion (known in German as wedeln), Hutter played a big role in transforming skiing from a mode of transport, invented in Scandinavia, into an elite leisure activity, a competitive sport and a form of mass tourism. Like a ski messiah spreading the gospel of swishing down the slopes, Hutter introduced wedeln to America (where it was lauded as a “hip-waggling ski-dance”), allowing skiers to achieve amazing results with the least possible exertion. Given his wealth of experience, it comes as little surprise that Hutter has fascinating anecdotes to share when we catch up for a chat at his Salzburg home, describing a time when mountains were seen as no-go areas responsible for avalanches, mudslides and flooding, rather than playgrounds. “People thought spirits and ghosts lived up there,” Hutter explains. Once scientists demystified mountains in the 19th century, curiosity led skiers to conquer slopes by sliding around on two pieces of wood. Places such as Zell am See in Austria’s Salzburg state turned the activity into a source of tourism that attracted adventurous city-dwellers.

ÖSTERREICH / SALZBURG 43 Nächste Seite: Der erfahrene Journalist und Autor erzählt lebhaft von der Aufbruchstimmung, die herrschte, als die breite Masse auf die Skihänge strömte Right: Seasoned journalist and author Hutter recalls the time masses started to take to the ski slopes Gegenden wie Zell am See im Salzburger Land machten sich die unterhaltsame Freizeitaktivität für den Tourismus zunutze und lockten abenteuerlustige Städter an. „Bald waren eh schon Krethi und Plethi da oben“, beschreibt Dr. Hutter den Ansturm auf die Berge. Als Skifahren vermehrt zum Wettkampfsport und Teil der olympischen Winterspiele avancierte, wurden auch die Fahrtechniken mehr und mehr verfeinert. Hier betritt Hutter die Geschichtsbühne: Während seines Sportstudiums lernte er den Sportlehrer und Biologen Stefan Kruckenhauser kennen. Dieser war gerade dabei, die Wedeltechnik zu entwickeln und sammelte eine Gruppe von jungen Akademikern aus Sport- und Naturwissenschaften um sich, um mit ihnen den neuen Fahrstil zu ergründen. 1956 war Hutter mit dem Buch Wedeln der erste, der über das Thema schrieb. Später ging er als Skilehrer in die USA, wo er den Amerikanern unter dem Motto „Economize your skiing“ das Wedeln beibrachte. Von der aufregenden Zeit in den USA schwärmt er bis heute. „Das war der Hammer. Der Fahrstil hat wie eine Bombe eingeschlagen,“ erinnert er sich. „Die Leute dort sind so offen für Neues und dank der unfassbar tollen Pisten in den Rocky Mountains war es ein magisches Erlebnis, dort das Wedeln zu lehren.“ Seitdem ist viel Zeit vergangen: Die Firma Head revolutionierte den Skibau mit der Metallsandwichbauweise, die – wie Hutter sagt – die Ski „butterweich“ machte und das Fahren im Gelände wesentlich vereinfachte, da weiche Ski besser „aufschwimmen“ und sich nicht in den Boden bohren. Auch die nächste Innovation ging von der Industrie aus: Carver-Ski sind kürzer und tailliert geschnitten und erleichtern dadurch die Schwünge auf dem Schnee. Bis heute dominiert das Carven als beliebteste Fahrtechnik die Skipisten. All die Jahre ist Hutter stets ein naher Beobachter der Skiwelt geblieben und sah Trends kommen und gehen. Bis vor wenigen Jahren zum Beispiel stieg jeder, der sich für cool hielt, auf das Snowboard um. Davon kann heute keine Rede mehr sein: Der omnipräsente Retrotrend macht auch vor dem Wintersport keinen Halt. Statt Snowboarden ist wieder “Soon enough, every Tom, Dick and Harry was up there,” Hutter says. As skiing’s popularity grew, it became a competitive sport and part of the Winter Olympics. Meanwhile, the technology around it became more sophisticated. Hutter entered the history books around that time. While studying sport, he met a ski instructor and biologist, Stefan Kruckenhauser, who was in the process of developing a parallel turn technique. Kruckenhauser was looking for young academics to assist him and put together a team that included physicists as well as sportsmen. Thanks to their combined expertise, wedeln was born. Hutter was the first to write on the subject in his 1956 book Wedeln. He later made a trip to the USA as a ski instructor, introducing the technique to Americans with the slogan “economise your skiing”. Hutter still looks back fondly on that exciting time in America. “It was incredible, the new style caught on like wildfire,” he recalls. “The people over there are so open to new things, and with the amazing pistes in the Rocky Mountains, it was a magical experience to teach the wedeln technique there.” A lot has changed since then. The firm Head revolutionised ski production with its metal sandwich construction, which Hutter says meant skis became “as soft as butter”. The new design makes it easier to tackle certain terrain because soft skis “float” better and don’t bore into the ground. Manufacturers also came up with the „Es war der Hammer. Das Wedeln hat wie eine Bombe eingeschlagen“ “It was incredible, the new ski style caught on like wildfire”

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