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November 2015 airberlin magazin - Halb Haiti folgte meinem Vater nach Miami

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In der November-Ausgabe des airberlin Bordmagazins erfahren Sie mehr über das neue Trendviertel in Miami, Einheimische und ihre Lieblingsviertel und erhalten interessante Einblicke in die airberlin-Welt.

42 FLORIDA / MIAMI

42 FLORIDA / MIAMI bekannt als Pere Juste, dem Vater der haitianischen Diaspora. Pere Juste prägte in den 1980er-Jahren den Namen Little Haiti, als er sich für bessere Bildungschancen für die haitianischen Kinder der Gegend einsetzte. „Mein Vater war der Moses von Haiti“, sagt Carl Juste auf seine ruhige und ernste Art. „Als er Haiti verließ, folgte ihm das halbe Land. Er bewegte die Mittelschicht dazu, mit ihm nach New York und später nach Miami zu gehen.“ Der Jurist, Aktivist, Geschäftsmann und Gemeindeführer Viter Juste half den frisch gelandeten Flüchtlingen aus Haiti, in Florida aufgenommen zu werden – ob mit einem Dach über dem Kopf oder bei der Arbeitssuche. Seine Vision beruhte auf Offenheit und lebt nicht nur in seinem Sohn, sondern in der gesamten Gemeinde fort. „Mein Vater glaubte nicht an den großen Schmelztiegel“, sagt Carl Juste. „Er sah das Ganze wie eine Salatschüssel, in der die Gurke nicht zur Tomate wird: Jeder behält seine Identität, doch die Mischung ergibt einen viel besseren Geschmack.“ Direkt neben Justes Fotostudio befindet sich das Atelier von Edouard Duval-Carrié, einem 61-jährigen Maler und Bildhauer mit haitianischen Wurzeln. Duval-Carrié gilt als einer der weltoffensten haitianischen Künstler, und wer sein Atelier betritt, sieht warum: Artefakte aus der ganzen Welt bilden hier ein wundersames Gesamtkunstwerk aus ausgestopften Eulen, afrikanischen Masken und Lounge- Sesseln, das die vielschichtigen Werke des Künstlers voll zur Geltung bringt. „Ich versuche, Haiti in seinem karibischen Gesamtkontext zu zeigen“, sagt Duval-Carrié. „Viel zu oft wird Haiti lediglich als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre wahrgenommen. Dabei war es der erste Staat, der von ehemaligen Sklaven gegründet wurde und als solcher die Befreiung zahlreicher lateinamerikanischer Länder mitfinanzierte.” Duval-Carriés Kunst setzt sich konstant mit der Geschichte Haitis auseinander und erkundet diese auf vielfältige Weise. Für Duval-Carrié ist es kein Zufall, dass Miami in der bildenden Kunst derzeit wegweisend ist. „Für mich ist Miami die letzte Grenze – es ist eine Stadt, in der zum einen Migranten immer Arbeit finden konnten, die aber andererseits auch Flüchtlinge aus bürgerlichen Schichten anzog, die ihre eigenen kriegsgeplagten Länder verlassen mussten. Die daraus resultierende Dynamik zieht heute die Europäer an.“ Ein weiterer Grund für den Kunstboom ist Duval-Carrié zufolge die Tatsache, dass in Miami so viele Sprachen gesprochen werden, darunter englisch, spanisch, französisch und nicht zuletzt kreolisch. Bilder, so Duval-Carrié, durchbrechen die Sprachbarrieren. Rechts und nächste Seite: Edouard Duval-Carrié in seinem Studio, umgeben von Artefakten aus aller Welt Unten links: Die Statue des Unbekannten Sklaven, die in Port-au-Prince an die Befreiung der Sklaven erinnert, dient vielen Künstlern in Little Haiti als Inspiration Right and opposite page: Edouard Duval-Carrié surrounded by artefacts from around the world in his studio Below left: Artists find inspiration in the statue of the Unkown Slave, a monument in Port-au-Prince symbolising the liberation of slaves of the Haitian diaspora. It was he who coined the term Little Haiti back in the 80s when fighting for the right for local Haitian children to gain access to education. “My father was the Haitian Moses,” Carl says in his serious, deep manor that gives the impression he has seen a lot in his life. “When he left, half of Haiti followed him. He took the middle classes with him, first to New York then to Miami. Why? – because he had integrity.” Viter, a studied lawyer, activist, businessman and community leader was the key player in setting up support for Haitians in Florida, in a time when many arrived with nothing. “Often I’d have to vacate my bed to let someone sleep in it. He housed refugees off the boat, giving them jobs, helping them with their documentation,” Carl recalls. The key to Viter’s vision, which has manifested itself not just in his son but the whole community, is inclusiveness: “He didn’t believe in the melting pot, he believed in the salad. The lettuce doesn’t become a tomato, everyone retains their identity, but together we have more flavour.” Next door is the studio of Edouard Duval-Carrié, 61, an artist of Haitian origin, who is a darling of the Art Basel Miami Beach set. Often described as the most cosmopolitan Haitian artist, on entering his studio you see why. Artefacts from around the world are curated into a wonderland of stuffed owls, African masks and his own multilayered artworks. “I try to place Haiti in a larger Caribbean context. Too often it is singled out as the poorest country in the Hemisphere, when in actual fact Haiti was the first [and only] country to be formed by former slaves. Haiti also financed the liberation of many Latin American countries. Many people don’t realise.” His art is in constant discourse with Haiti’s past, exploring it in different ways with different materials to always “bring something new to the table”. For Edouard it’s no coincidence that Miami is now at the forefront of the visual arts scene. “I see Miami as the last frontier, a city where immigrants came for work but at the

43 „Der multikulturelle Charakter Miamis treibt den Kunstboom an. Bilder durchbrechen Sprachbarrieren“ “Miami is now at the forefront of the visual arts scene, permeating through all cultures”

airberlin Publikationen

November 2015 airberlin magazin - Halb Haiti folgte meinem Vater nach Miami
Oktober 2015 airberlin magazin - Mal kurz zum Mond
September 2015 airberlin magazin - Ich bin ein Berliner
August 2015 airberlin magazin - Elyas M’Barek
Mai 2015 - airberlin magazin Cosma Shiva Hagen
April 2015 - airberlin magazin - Vielfältiges Curaçao

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