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November 2015 airberlin magazin - Halb Haiti folgte meinem Vater nach Miami

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In der November-Ausgabe des airberlin Bordmagazins erfahren Sie mehr über das neue Trendviertel in Miami, Einheimische und ihre Lieblingsviertel und erhalten interessante Einblicke in die airberlin-Welt.

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44 FLORIDA / MIAMI Im Uhrzeigersinn von oben links: Straßenkünstler Serge Toussaint vor einem seiner Wandgemälde in den Farben der haitianischen Flagge; Jan Mapou vor seiner Buchhandlung, ein beliebter Treffpunkt für Intellektuelle; Mapous Laden spezialisiert sich auf kreolische und französische Literatur Far left: Street artist Serge Toussaint in front of one of his murals, painted in the colours of the Haitian flag Top left: Jan Mapou at his book store, a popular meeting place for the area’s intellectuals Left: Mapou’s shop specialises in Creole and French literature „Ich dachte mir, es wäre gut, die Wand eines Schönheitssalons mit einer schönen Dame zu bemalen, damit die Leute wissen, was sich in dem Gebäude verbirgt“ “I thought, I would love to paint a beautiful lady on the side of that beauty salon so people know what’s inside, like they do in Haiti” Ein Bild sagt mehr als tausend Worte – mit diesem Prinzip lassen sich auch die Werke von Serge Toussaint zusammenfassen. Der beliebte Straßenkünstler bemalt Häuserwände mit großformatigen Gemälden, die typisch haitianisch sind: Oft stellen sie auf naive Weise und in bunten Farben aktuelle Ereignisse dar. Toussaint, der wie Juste und Duval-Carrié in Haiti geboren wurde, kam ursprünglich nur nach Miami, um seinen Onkel zu besuchen. Doch als er in den Straßen von Little Haiti unterwegs war, fiel ihm auf, dass die meisten Geschäfte nur englischsprachige Schilder hatten. Viele Einwohner allerdings sprachen ausschließlich kreolisch, und die meisten von ihnen konnten darüber hinaus nicht lesen. „Ich dachte mir, es wäre gut, die Wand eines Schönheitssalons zum Beispiel mit einer schönen Dame zu bemalen“, erinnert sich Toussaint, „damit die Leute wissen, was sich in dem Gebäude verbirgt, so wie ich es aus Haiti kannte.“ Die Familie des Künstlers lebte damals in New York und wartete auf seine Rückkehr, denn, so Toussaint, „haitianische Familien bleiben zusammen.“ Doch das tropische Klima in Miami eignete sich viel besser für Freiluft-Kunst same time the bourgeoisie of these troubled countries could flee to. That created a dynamic, that is now attracting the Europeans.” Edouard believes it’s due to the many languages spoken here in Miami [English, Spanish, French and Creole], “because visual art permeates through all cultures.” The aspect of a picture communicating better than words is also at the core of another Haitian artist, Serge Toussaint, although their art forms could not be more different in style. Serge is a street artist, painting murals on the walls of houses with every passerby greeting him with some “in” handshake. His murals are a typical Haitian art form, an often naïve depiction of events in bright colours. Serge, born in Haiti like Carl and Eduardo, immigrated to New York first, and only came to Miami to visit his uncle. But once he walked the streets of Little Haiti he realised something was missing. Most shop signs were in English despite most of the locals only knowing Creole. On top of that, many couldn’t even read. “So I thought to myself, I’d love to paint a beautiful lady on the side of that beauty salon so people know what’s inside, like they do in Haiti.” But his

45 als das feucht-kalte New Yorker Wetter, weshalb er sich letztlich dazu entschloss, in Miami zu bleiben. Sein Vater, der glaubte, sein Sohn habe sich in Florida der Unterwelt angeschlossen, sprach drei Jahre lang kein Wort mit ihm – bis er eines Tages dessen Arbeiten im Fernsehen sah: „Ich hatte ein großes Bild über den Staatsstreich in Haiti gemalt, über das in den Medien berichtet wurde. Meine Schwester sagte meinem Vater, er solle den Fernseher einschalten.“ Heute ist der Vater stolz auf seinen Sohn, der ein erfolgreicher Künstler geworden ist und vor Ort Malkurse für Kinder veranstaltet. Neben der Malerei genießt auch das geschriebene Wort in Little Haiti einen hohen Stellenwert. Der 74-jährige Jan Mapou betreibt eine Buchhandlung, die sich auf kreolische und französische Literatur spezialisiert. Sein Geschäft ist ein beliebter Treffpunkt für die Intellektuellen des Viertels. Und auch mit Mapous eigener Lebensgeschichte ließen sich ganze Bücher füllen. Bevor er in die USA kam, saß Mapou in Haiti im Gefängnis, weil er öffentlich dafür geworben hatte, kreolisch in die Lehrpläne aufzunehmen. Ruhig und gefasst erzählt er von einer Zeit, in der Haitianern in den USA ein Stigma anhaftete: „Die Leute hielten uns für Voodoo-Jünger. Doch es ist nur eine Religion. In vielen Kolonien wurden die Sklaven von den europäischen Kolonialherren dazu gezwungen, den christlichen Glauben anzunehmen. Darum konnten sie zu ihren traditionellen afrikanischen Naturgeistern nur beten, indem sie so taten, als beteten sie zu den christlichen Heiligen.“ Auch heute findet man noch viele sogenannte Botanicas in Little Haiti – kleine Läden, die sowohl christliche Artefakte als auch Gegenstände für Voodoo-Zeremonien verkaufen. Mapou möchte die haitianische Kultur in dem Viertel bewahren. Durch seine Arbeit hat er viel dazu beigetragen, dass hier nach wie vor kreolisch gesprochen wird. „Inzwischen gibt es sogar eine kreolische Version von Google“, erzählt er stolz. Herz und Seele von Little Haiti ist jedoch Sandy Dorsainvil. Die 39-Jährige leitet das Cultural Center im Viertel, in dem ein umfangreiches Kulturprogramm angeboten wird, Diese Seite: Die Tänzerinnen der traditionellen Tanzgruppe des Little Haiti Cultural Center reisen um die Welt, um haitianische Kultur zu verbreiten This page: Folk dancers based at the Little Haiti Cultural Center travel all over the world to spread Haitian culture family was in New York expecting him to return as “in Haitian families you stay together.” Tempted by the weather that was more conducive to his art, Serge decided to stay. His father, assuming he’d just succumb to the dark side of Miami, didn’t speak to his son for three years until he one day saw him on the TV. “I had painted a mural regarding the coup d’état back in Haiti and the media were all over it. So my sister said: Dad turn on the TV.” Now his father is very proud of him, as Serge has become an established artists and also teaches children in the community to paint. That doesn’t mean there is no space for the written word. Jan Mapou, 74, is the owner of Mapou’s bookstore that specialises in Creole and French literature and is a focal point for the intelligentsia of the Haitian community. Once jailed by dictator “Papa Doc” Duvalier back in Haiti for advocating Creole to be part of the curriculum, Mapou’s life story warrants a book in itself. Calm, collected and humble, he talks about a time when being Haitian in America had a stigma attached to it. “People thought we were voodoo people but it’s only their religion. Like in many colonised countries the slaves had to trick their masters, who forced them to convert to Christianity so they could pray to their African Spirits by praying to Christian Saints.” Still, today you find many botanicas in Little Haiti, shops selling religious artefacts of both Christian and voodoo beliefs. Mapou wants to maintain the culture of Haiti here, be it religious or the Creole language. And his work has played a large part in the language surviving here. Proudly

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November 2015 airberlin magazin - Halb Haiti folgte meinem Vater nach Miami
Oktober 2015 airberlin magazin - Mal kurz zum Mond
September 2015 airberlin magazin - Ich bin ein Berliner
August 2015 airberlin magazin - Elyas M’Barek
Mai 2015 - airberlin magazin Cosma Shiva Hagen
April 2015 - airberlin magazin - Vielfältiges Curaçao

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